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Zen und die Kultur Japans Print E-mail
Monday, 27 February 2006

von SUZUKI, Daisetz Teitaro [1870-1966]

Zen und die Kultur JapansDer Geist des Zen in Dichtung und Malerei, Theater, Tee-Weg, Garten- und Baukunst, Philosophie und den Kämpfkünsten Japans.

Suzuki Daisetz T. beschreibt in seinem Werk den starken Einfluß des Zen auf die verschiedenen japanischen Künste und damit die Kultur Japans. Die nachfolgende Rezension beschränkt sich jedoch vorerst auf die Seiten 276-408, die speziell Zen und dem Schwertweg gewidmet sind.

Neben eigenen Ausführungen zu der engen Verbindung zwischen Zen und Schwertkunst übersetzt Suzuki mehrere wichtige historische Texte. So wird unter anderem Meister Takuans Brief an Yagyu Tajima no kami Munenori über das Geheimnis der bewegugslosen Prajna teilweise übersetzt und kommentiert. Zusätzlich ist eine komplette Übersetzung von 'Das Schwert Taia' ('Annals of the Sword Taia') enthalten. Eine weitere Schrift, die Suzuki übersetzt ist 'Das Schwert des nicht-verweilenden Geistes', gleichzeitig Name einer von Hariya Sekuin gegründeten Schwertschule.

Eine englische Ausgabe, die diese Essays von Takuan Soho vollständig und teilweise kommentiert ('Das Schwert Taiai') enthält ist:

The Unfettered Mind 1)

Von allen Künsten, die sich in Japan entwicklet haben, soll nach Aussagen Suzukis die Schwertkunst dem Zen am nächsten stehen. Ursache ist das 'Todesproblem' wie es sich dem Schwertkämpfer stellt.

'Eine falsche Bewegung, und alles ist verloren - und nie hat man Zeit, sich sein Tun zu überlegen und zurechtzulegen. Was auch immer der Schwertkämpfer tut, muß direkt den nicht der Kontrolle des Bewußtseins unterstehenden inneren Mechanismen entspringen. Er muß also instinktiv und nicht verstandesmäßig handeln. Im Augenblick des aufs äußerste zugespitzten Kampfes um Leben und Tod zählt vor allem anderen die Zeit, und so muß die Zeit besonders effektiv genutzt werden. Das kleinste Nachlassen (suki) würde der Gegner augenblicklich sprüren und sofort ausnutzen. Und schon wäre es um einen geschehen: Da geht es um mehr als bloß Niederlage und Demütigung.'

Fast immmer dreht es sich um mushin oder munen, also den Nicht-Geist oder das Nicht-Denken, der als idealer bzw. erstrebenswerter Zustand behandelt wird. Nach Ansicht Suzukis und einiger dort zitierten großen Schwertkämpfer wird das Erlernen der Technik zwar als wichtig eingestuft, jedoch ist die geistige Komponente des Trainings häufig die kampfentscheidende.

Fazit:

Insbesondere die deutschen kommentierten Übersetzungen Suzukis sind schon allein lesenswert. Auch wenn Zen und dem Schwertweg bzw. dem Samurai nur ein Teil gewidmet ist, lohnt sich die Anschaffung dieses Buchs.

1) Writings of the Zen Master to the Sword Master.
Von Takuan Soho (1573-1645), übersetzt ins Englische von William Scott Wilson.

 

Angaben zum Buch:

Ausgabe: Gebundene Ausgabe - 416 Seiten
Verlage: Otto Wilhelm Barth Verlag
Erscheinungsjahr: 1994