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Rezensionen
Kendo im Bild
| Kendo im Bild |
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| Monday, 27 February 2006 | |
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Als das erste deutschsprachige Kendo-Buch enthält dieses Werk schon einige Überraschungen bereit. So halten die Personen auf den Abbildungen das Shinai am unteren Ende mal mit der rechten Hand, mal mit der linken Hand. Die Do-Himo sind falsch zusammengebunden und das Tenugui ist unter den Men-Himo an der Außenseite des Men eingeklemmt. Die Nakayui halbiert das Shinai anstatt es zu dritteln. Kote sollen wie Boxhandschuhe festgezogen werden und die Tsuru zeigt nicht nach oben sondern wird als die scharfe Seite der Klinge verwendet. Trefferflächen müssen vorher angesagt werden und eine Tsuba taucht bei keinem Shinai auf. Das Glossar, das kürzer ist als das Glossar in Kendo - Lehrbuch des japanischen Schwertkampfes, beinhaltet in diesem Zusammenhang kuriose Wörter wie Harakiri und Kamikaze. Der Autor des Buches gibt seine Graduierung mit dem 4. Dan (Judo) vom "Nordischen - Internationalen - Verband" an. Von einer Kendo-Graduierung oder Ausübung bzw. Erfahrung ist aber nichts zu lesen.
Teilweise sind die recht kurzen Kommentierungen der Bilder sogar korrekt, aber die Fotos selbst geben das Angeführte nicht wieder. Ein Beispiel:"Das rückwärtige Knie sollte nie wie beim westlichen Fechter gestreckt werden und nie herausgedreht werden". Lustigerweise dreht der Autor genau in dem daneben abgedrucktet Foto das Knie heraus. Von einer angehobenen Verse sieht man und liest man indes gar nichts.
Des weiteren ist zu überlegen, ob der Hinweis des Autors, besonderen Wert auf einen passenden Do zu legen, nicht auf die Auswahl einer zu kleinen Rüstung zurüchzuführen ist. Kote und Men sind als besonders wichtiger Rüstungsteil jedenfalls nicht erwähnt. Bild 2: Wie nennt man nochmal diese Technik ? Ach ja. Zitat:'Einhandschlag mit dem Shinai vorwärts aus der Springstellung'. Bild 3: Chudan-no-Kamae ? Oder was ? Mehr als ungewöhnlich ist der Teil "Kendo-Praxis zur Selbstverteidigung im Alltag", bei dem "einige Tricks und Kniffe, besonders für ältere Damen und Herren, herausgegriffen [werden], um dem Angriff auf der Straße im Alltag gerecht zu werden." Dazu benötigt man einen Spazierstock oder einen Regenschirm, der das Shinai ersetzt. Zu den 'Techniken' zählt unter anderem das Wegziehen des vorderen Beins oder der Stoß mit der Schirmspitze auf den Fuß des Angreifers :-). Kendo-Praxis zur Selbstverteidigung im Alltag nach Kendo im Bild. Hilfe ! Er zieht mir das Bein weg ! ;-)
Bewertung:Kein Kommentar.
Fazit:Zur Verbesserung seiner Technik oder als Referenz sollte man dieses Buch besser nicht verwenden. Die qualitativen Unterschiede zu 'Kendo - Lehrbuch des japanischen Schwertkampfes' sind gigantisch! Man gewinnt eher den Eindruck, daß der Autor des Buches Kendo nie selbst ausgebübt oder gesehen hat. Allerdings sind Text und Abbildungen durchaus unterhaltend. Eigentlich hat dieses Buch Potential für einen Kultstatus. Es ist jedenfalls das ungewöhnlichste Kendo-Buch, das der Autor dieses Textes bis jetzt gelesen haben.
Autor: Rolf Jürgen Krutwig |
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