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Nigeria-Connection Reloaded: Geldwäsche durch Domainverkauf
Written by Administrator   
Monday, 23 April 2007

Im Rahmen vorgetäuschter legaler Geschäftsaktivitäten wird die Gutgläubigkeit von Domaininhabern ausgenutzt, um Geld, das von ausgespähten Onlinekonten über sogenanntes Phishing abgezweigt wurde, ins Ausland zu verschieben.
 

Die Strategie

Dabei erhalten Domaininhaber für durchschnittlich interessante bis uninteressante Domains Kaufangebot in Höhe von mehreren tausend Euro. Der potentielle Käufer schlägt dem Domaininhaber vor, das Geld eines Dritten, der dem Käufer angeblich noch Geld schulden soll zu akzeptieren.

Da es sich bei dieser Überweisung um einen höheren Betrag handeln soll, als für den Kauf der Domain vereinbart worden ist, bittet der Käufer den Domaininhaber ihm die Differenz auf  ein Konto zu überweisen. Üblicherweise wir es sich bei diesem Konto um einen Service wie zB "Western Union" oder "Moneygram" handeln. Geld, das über diese Dienste angewiesen und von einer Person abgeholt wurde, ist praktisch verloren, da es nicht mehr zurückerstattet werden kann.

Auch die Variante, dem Domaininhaber einen Scheck zu schicken, diesen einzulösen und die Differenz an den Käufer zu erstatten, führt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Die Strategie ist insofern interessant, als dass viele Domaininhaber den Wert Ihrer zum Verkauf stehenden Domain häufig überschätzen und sich durch das Angebot endlich in der Einschätzung bestätigt sehen. Damit trifft die Offerte auf sehr gute Rahmenbedingungen für einen Verkauf.  

Strafbarkeit  

Geschäfte dieser Art haben ggf. nicht nur den Verlust der Domain zur Folge, sofern hier Vorsatz vorliegt, liegt zusätzlich eine strafbare Geldwäsche vor, die auch von Banken zur Anzeige gebracht wird. Von solchen Geschäften ist daher dringend abzuraten.


Ein Beispielbrief

Hello ,

Thanks for your mail,my name is XXXXX XXXXXX and am Sorry for the late reply.

I have contacted a creditor of mine that is owing me £6000 and he said he will send the cheque to you cause I am ot in uk and since I bidded the domain for 2500 Euro.

There is no problem about the price,but there is something I will like to agree on,my creditor will be sending you £6000 which you diduct your 2500Euro for the domain and wire me back the difference on the cheque via Western union.

As soon as the cheque clears into your account I will like you make the transfer of difference on the cheque minus the commission for the transfer of the funds.

I will be very happy if you can do me this favour .So let me have your full contact information to where the heque will be sent to like this.
name............
full address..........
Country...............
zip code............
mobile number......
Looking forward to your response .So I will be expecting a reply from you today.

Regards,
XXXXXXX.

Die Absender heißen in der Regel "Helen Foster", "Colin Chris", "Kina Opa" oder "Chris Walker".

 

Das BKA empfiehlt in ähnlichen Konstellationen folgendes:
 

- Prüfen Sie Angebote kritisch, bei denen Sie Ihr Konto zur Abwicklung von Zahlungen für Firmen oder Personen, insbesondere im Ausland, zur Verfügung stellen sollen.
- Seien Sie argwöhnisch, wenn unerwartete Gutschriften auf Ihr Konto erfolgen und Sie kurze Zeit später um Rücküberweisung dieser Gelder gebeten werden. Nehmen Sie im Zweifelsfall Kontakt zu Ihrer örtlichen Polizei oder Bank auf.
- Seien Sie vorsichtig, wenn über das Internet oder per Telefon vereinbarte Zahlungen vom Konto einer dritten Person oder Firma erfolgen. Nehmen Sie im Zweifelsfall Kontakt zu Ihrer Bank auf, um zu klären, ob die Überweisung mit dem Wissen des Kontoinhabers erfolgt ist.
- Führen Sie etwaige Rückbuchungen nicht ohne Weiteres direkt ins Ausland, sondern nur auf das jeweilige Ursprungskonto der Buchung aus.

Quelle der BKA Empfehlung: Pressemitteilung des BKA vom 20.10.2006

 
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